• Geburtshaus Freiburg

Teamvorstellung: Hebamme Barbara Trinkner

Aktualisiert: 4. Aug 2019


Barbara bei einem Besuch im Wochenbett

Liebe Barbara, du bist Gründungsmitglied im Geburtshaus. Wie kam es dazu?


Es ist so, dass ich mir immer sicher war, wieder Geburtshilfe zu machen, sobald meine Kinder mich immer weniger brauchen. Das ist jetzt der Fall. Die Bedingungen in den geburtshilflichen Abteilungen der Krankenhäuser sind so, dass ich mir nicht vorstellen kann, in diesem System zu arbeiten. Zumal ich für die freischaffende Tätigkeit geboren bin. Ich arbeite seit vielen Jahren sehr abwechslungsreich. Mal massiere ich, mal hör ich zu, mal geb ich Kochtips, mal halte ich Taschentücher hin. Ich taste Bäuche, berate, mische Kräuter und Öle, ermutige... und alles in der Zeit, die die Frau und ich für angemessen halten.

Das erlebe ich als Riesenluxus.


Aus eigener Erfahrung (meine Kinder sind zu Hause geboren) und aus Erfahrungen, die ich in der Rolle als Hebamme mit anderen Frauen teilen durfte, weiß ich, wie wichtig ein geschützter Rahmen, eine vertrauensvolle Begleitung, eine unterstützende, kompetente Hand, ein mutmachendes Dasein sind.

Das wünsche ich jeder Frau, weil ich denke, dass es die Basis dafür schafft, als Frau gestärkt zu werden und die Aufgaben des Mutterseins erfüllen zu können. Die Ziele der neuen Kolleginnen sind die gleichen, wie ich habe. Zudem strotzen sie vor Tatendrang, Ideen, Mut und Kraft. Sie wollen Transparenz, Kooperation und Potentialentfaltung. Das ist genau das, worauf es mir ankommt. Nur, wenn wir uns zusammenschließen, kann es gehen. So habe ich aus dem Bauch heraus gesagt, dass ich mitmache.


Seit wann bist du Hebamme? Weißt du noch, wann und warum du dich zu dieser Ausbildung entschlossen hast?


Seit 14 Jahren bin ich examinierte Hebamme. Schon als Kind wollte ich Hebamme werden. Die einzige Frage, die mich BRENNEND interessierte war: “Wo kommen die Babys her?“ Mit 13 war ich bei der ersten Geburt dabei. Ich war so sicher und entschlossen, dass es mir total ans Herz ging, dass mich keine Hebammenschule in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich genommen hat. So lernte ich Kinderkrankenschwester, in der Hoffnung, später umschulen zu können. Die klinische Routine und die Hierarchien in der Klinik waren nicht leicht für mich zu ertragen.


Als ich 23 war habe ich meinen Sohn mit Unterstützung einer Hebamme zu Hause geboren. Dieses Ereignis hat mich so beeindruckt und gestärkt, dass das Feuer erneut entfacht wurde. Diesmal war der Zeitpunkt günstig. Die Hausgeburtshebamme hat mich in die Lehre genommen, als kleines Zuckerstück, um nochmals 2 Jahre Klinikgeschehen zu überstehen. Ich hatte eine wunderbare Ausbildung an der Hebammenschule in Lahr. Sehr nette, kompetente, engagierte Lehrhebammen, die uns vielschichtige Externate und Einblicke ermöglichten. Tolle Mitschülerinnen, Verbündete, Leidensgenossinnen. Ich habe alles aufgesaugt. Der Vater meiner Kinder hat sich um unseren Sohn gekümmert und ich konnte mich ganz und gar auf Hebammenwissen lernen einlassen. Seit ich examiniert bin, arbeite ich mit Freude als Hebamme. Nachdem meine Tochter geboren war, arbeite ich ohne Geburtshilfe. Dazu fehlte mir das Team und die Möglichkeit allzeitbereit zu sein. Ich habe nie bereut als Hebamme zu arbeiten. Jeden Tag bin ich dankbar dass ich an so vielen Wundern teilhaben darf. Ganz nah, ungeschminkt und ehrlich die Menschen erleben darf.



Vorsorge in den eigenen vier Wänden

Was ist dein größter Wunsch für das Geburtshaus?


Ich wünsche mir für das Geburtshaus einen Rahmen, in dem wir gemeinsam Ziele verfolgen.

In dem wir Lösungen und Wege finden.

In dem Frauen gestärkt werden.

In dem wir kooperieren.

In dem unser Potential und das der Frauen und Familien entfaltet werden darf.

Ich wünsche mir, dass wir mutig neue Wege gehen.

Mit den Erfahrungen, die wir als Frauen und Mütter seit Generationen in uns tragen.


Besprechung mit dem Geburtshaus-Team

In welcher Form wirst du voraussichtlich im Geburtshaus arbeiten?


Ich möchte gerne wieder Geburten begleiten. Darüber hinaus könnte ich theoretisch alles anbieten, was ich derzeit freiberuflich anbiete - Schwangerschaftsbegleitung, Massage, Yoga zur Geburtsvorbereitung, Tönen, Unterstützung bei glückloser Schwangerschaft und Trauerbegleitung, Geburtsvorbereitung, Wochenbettbetreuung, Babymassage, Wiegenliedersingen, Rückbildungskurse, Akupunktur und Kräuterheilkunde.


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