• Geburtshaus Freiburg

Gute Noten für die außerklinische Geburtshilfe


Die Zahl der Kinder, die in Deutschland außerklinisch - also zuhause oder in einem Geburtshaus - geboren werden, steigt seit Beginn der Erfassung jährlich an: 2017 waren es exakt 10.776 Kinder, die (geplant) nicht in einem Krankenhaus zur Welt kamen. Gemessen an der Gesamtzahl aller Geburten - rund 785.000 Kinder kamen im gleichen Jahr in Deutschland insgesamt zur Welt - ergibt das zwar einen relativ geringen Prozentsatz. Jedoch ist die Zahl der außerklinischen Geburten in Freiburg traditionell überdurchschnittlich hoch.


Entsprechend groß ist die Versorgungslücke, die in diesem Bereich klafft, seit 2018 mit dem Fichtennest (ehemals Lichtblick) das letzte Geburtshaus in Freiburg geschlossen hat. Dabei blickt unsere Stadt auf eine durchaus erfolgreiche und langjährige „Geburtshaus-Geschichte“ zurück: während Hochzeiten kamen im Geburtshaus Lichtblick, das 1993 gegründet wurde, etwa 120 Kinder jährlich zur Welt. Bis vor vier Jahren existierten mit dem Geburtshaus Mayenrain sogar zwei Geburtshäuser gleichzeitig in Freiburg. Letzten Endes besiegelte ein zu jener Zeit vorherrschender Mangel an Hebammen, die in der außerklinischen Geburtshilfe arbeiten konnten oder wollten, das Ende dieser Ära.


Umso schöner ist es, dass sich nun wieder mehr Kolleginnen für die Arbeit im Geburtshaus begeistern können. Nicht zuletzt hat sich durch die Einführung der Betriebskostenpauschale, die von den Krankenkassen übernommen wird, auch die wirtschaftliche Lage der Geburtshäuser etwas entspannt.


Dass Haus- und Geburtshausgeburten kein exotisches oder gar risikoreiches Unterfangen sind, beweisen ganz unromantisch sowohl wissenschaftliche Studien als auch die statistischen Erhebungen, die seit 1999 sehr detailliert die Qualität der außerklinischen Geburtshilfe in Deutschland dokumentieren - mit durchwegs positiven Ergebnissen.


Erfasst werden diese Daten von QUAG e.V., der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe. Auf den Seiten des Vereins können die jährlich veröffentlichen Qualitätsberichte frei eingesehen werden. Hier kann beispielsweise entnommen werden, dass 2017 von 12.738 außerklinisch begonnenen Geburten 92 Prozent mit einer Spontangeburt endeten - das Kind also auf natürlichem Wege geboren wurde. 83 von 100 Frauen erlebten wie geplant eine außerklinische Geburt, 99 von 100 Neugeborenen ging es dabei gut bis sehr gut (angezeigt durch einen sog. Apgar-Wert von sieben und mehr nach fünf Minuten Lebenszeit). Diese Zahlen sprechen für sich - und für die außerklinische Geburtshilfe.


Ein Blick in unsere Nachbarländer bestätigt das: während in den Niederlanden traditionell rund 30 Prozent aller Kinder zuhause das Licht der Welt erblicken, wird auch in einer britischen Leitlinie die außerklinische Geburt bei einer unkomplizierten Schwangerschaft als „sicherer“, weil interventionsärmer bezeichnet.


Doch nicht nur Frauen, Eltern und Familien schätzen die Vorzüge, die eine Schwangerschaftsbetreuung und Geburt im Geburtshaus mit sich bringen - beispielsweise die zurecht hochgelobte 1:1-Betreuung während der Geburt durch eine vertraute Hebamme. Auch für Hebammen stellen Geburtshäuser ein optimales, ganzheitliches Arbeitsumfeld dar, in dem sich jede Kollegin ihren Bedürfnissen und Spezialisierungen entsprechend entfalten, ihre Arbeitszeit verhältnismäßig frei gestalten und Privat- mit Berufsleben verbinden kann.


Wir hoffen also, mit dem Aufbau des Geburtshaus Freiburg sowohl die Situation der Schwangeren und ihrer Familien - als auch die berufliche Situation der Hebammen zu verbessern, um Kolleginnen neu zu motivieren, in ihren Beruf zurückzukehren oder ihn überhaupt erst langfristig auszuüben.


Damit der Beruf der Hebamme für Alle erhalten bleibt!


Quellen:


https://www.quag.de/downloads/QUAG_bericht2017.pdf


https://www.nice.org.uk/news/article/midwife-led-units-safest-for-straightforward-births



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