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Das Geburtshaus und die Politik - Weil ein Geburtshaus auch für die Gesellschaft wichtig ist



Seit Beginn unserer Planungen werden wir zu Recht immer wieder gefragt, weshalb wir uns nicht privat finanzieren, beispielsweise durch einen Bankkredit, wie andere Start-ups und Gründungsvorhaben auch.

Dies hat vor allem ideelle Gründe, die uns aber besonders wichtig sind. Wir betrachten unser Geburtshaus als ein primär gemeinnütziges Projekt, mit dem wir vor allem den Frauen und Familien unserer Region, aber auch der gesamten restlichen Gesellschaft einen Dienst erweisen wollen. 


Zum einen, indem wir Frauen und Familien stärken - denn wenn Frauen und ihre Partner*innen in ihrer Eigenverantwortlichkeit und im Vertrauen in ihren Körper gestärkt, interventionsarm und selbstbestimmt gebären können, kann diese Erfahrung durch ein ganzes restliches Leben tragen und Kraft schenken. 

Ebenso kann hier ein Grundstein für ein bindungs- und bedürfnisorientiertes, artgerechtes Leben mit Kind bzw. Familienleben gelegt werden, der vielen gängigen Problemen und Schwierigkeiten vorbeugen kann - wer bereits Kinder hat, der weiß, dass die Geburt ja nur der Anfang eines großen Abenteuers ist, das viele Herausforderungen für Familien bereit hält. An dieser Stelle möchten wir Familien über die Zeit des Wochenbetts hinaus eine Plattform bieten, um sich zu informieren, zu bilden und mit anderen Familien zu vernetzen. Bildung und Prävention sind uns ein besonderes Anliegen. Dabei soll unser Angebot bewusst niederschwellig gestaltet sein, um auch Familien anzusprechen, die beispielsweise durch Sprachbarrieren oder Mangel an Informationsmöglichkeiten nicht von den Möglichkeiten der außerklinischen Geburtshilfe wissen.



Unser zweites großes Ziel ist es, die Situation der Hebammenversorgung in und um Freiburg insgesamt zu verbessern. Die aktuelle Verweildauer der Hebammen in ihrem Beruf beträgt zwischen 5 und 7 Jahren. Dann gibt der Durchschnitt der Kolleg*innen seinen Beruf auf. Ausschlaggebend dafür ist häufig nicht einmal die so oft beklagte schlechte Bezahlung, sondern schlichtweg die Arbeitsbedingungen. Während in der Klinik jene Dienste zur Regel werden, in denen eine Hebamme drei oder mehr Gebärende gleichzeitig betreuen muss, leiden viele Hausgeburtshebammen unter der oft wochen- oder monatelangen Dauer-Rufbereitschaft. Wir möchten mit dem Geburtshaus wieder Arbeitsbedingungen schaffen, die sozial verträglich und mit Privat- und Familienleben vereinbar sind und dem wachsenden Bedürfnis nach Work-Life-Balance der jungen Hebammengeneration entgegen kommen. Damit die Hebammen in ihrem Beruf und damit auch den Familien hoffentlich viele Jahre erhalten bleiben! 


Wir wünschen uns, dass das Bewusstsein dafür wächst, dass es hier um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Verantwortung geht. Es geht uns alle etwas an, wie unsere Kinder geboren werden, wie unsere Frauen aus Schwangerschaft und Geburt hervorgehen und wie Familien als Fundament unserer Gesellschaft in ihr gemeinsames Leben hineinwachsen. Aus diesem Grund möchten wir unser Geburtshaus durch einen „Finanzierungs-Mix“ auf die Beine stellen. Neben privaten Spenden (wir planen eine Crowdfunding-Kampagne) und Einnahmen über unseren gemeinnützigen Verein „Geburtshaus Freiburg e.V.“ ist uns daher auch die Unterstützung durch die Stadt Freiburg wichtig. 


Daher führen wir seit Beginn unserer Gründungsaktivitäten Gespräche mit Vertretern des nun neu zusammengetretenen Freiburger Gemeinderat. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit möglichst vielen Fraktionen in Kontakt zu kommen und uns sowie unser Geburtshaus-Projekt vorzustellen und um Unterstützung für dieses zu bitten. Unsere Termine mit den verschiedensten Parteien bzw. Fraktionen verliefen bisher ausnahmslos positiv, interessiert und wohlwollend. Die Bereitschaft, das Geburtshaus der Stadt Freiburg zu unterstützen, ist groß. 


Es freut uns in besonderem Maße, dass sich die Fraktionen von Bündnis 90/ die Grünen, CDU, die Fraktionsgemeinschaft Eine Stadt für Alle sowie die Freien Wähler im Ergebnis dazu entschieden haben, eine interfraktionelle Anfrage an die Stadtverwaltung zu richten, um zu ergründen, inwieweit man das Geburtshaus finanziell und/oder anderweitig unterstützen könnte.


Wir möchten uns an dieser Stelle explizit bei Nadyne Saint-Cast (Bündnis 90/ die Grünen), Dr. Klaus Schüle (CDU), Irene Vogel (Eine Stadt für Alle) und Claudia Feierling (Freie Wähler) für das Engagement und positive Signal der Unterstützung für alle Freiburger Hebammen, sowie die Freiburger Frauen und Familien bedanken! Wir warten nun gespannt auf die Antwort der Stadtverwaltung, die innerhalb der nächsten vier Wochen erfolgen wird.


Währenddessen freuen wir uns auf die Gespräche mit den anderen Fraktionen, die noch ausstehen. Aus zeitlichen Gründen konnten diese noch nicht stattfinden, die Termine sind jedoch für die nächsten Wochen bereits geplant. Wir sind guter Hoffnung, dass wir auch diese Fraktionen von der Wichtigkeit unseres Anliegens überzeugen werden. 

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