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1:1 Betreuung - Ein Kernanliegen


Weshalb Eins-zu-Eins-Betreuung?


Sie ist eines unserer Kern-Anliegen und mit ein Grund, weshalb wir als Hebammen uns für das Geburtshaus als neue Arbeitsumgebung entschieden haben: die Eins-zu-Eins-Betreuung. 


Gleichzeitig merken wir während unserer zahlreichen Gespräche mit Vertretern von Kommunalpolitik und anderen Außenstehenden, dass vielen Menschen die Tragweite der Eins-zu-Eins-Betreuung nicht bewusst ist. Deshalb möchten wir unseren heutigen Blogbeitrag diesem Thema widmen.


Was ist die Eins-zu-Eins-Betreuung?


Eins-zu-Eins-Betreuung bedeutet, wie der Name schon sagt, dass EINE Hebamme sich um EINE Gebärende (und ihre Familie) kümmert. Diese Form der Betreuung ist in den meisten Kreißsälen aus organisatorischen Gründen und/oder Personalmangel nicht mehr an der Tagesordnung und eher nur in Ausnahmefällen möglich.


Unter Eins-zu-Eins-Betreuung ist nicht zu verstehen, dass eine Gebärende ununterbrochen durch die Hebamme observiert wird - es gibt Phasen der Geburt, in denen durchaus „professionelles Nichts-tun“ und Ruhe notwendig ist - sondern, dass eine Hebamme keine weiteren Zusatzaufgaben oder gar weitere Geburtsbegleitungen leisten muss, während sie eine Gebärende begleitet.


Was sind die Vorteile der Eins-zu-Eins-Betreuung?


Bereits seit einigen Jahren ist wissenschaftlich belegt, dass sich die Eins-zu-Eins-Betreuung positiv auf den Geburtsverlauf und das Geburtserlebnis der Frau auswirkt. Sie senkt signifikant den Schmerzmittelbedarf sowie die Rate der geburtshilflichen Interventionen (Sandall et al., 2013).


Bekräftigt wird das nun nochmals durch eine aktuelle Studie der Mindset-Forschung des Psychologischen Institut Bonn: sie kommt zu dem Ergebnis, dass Frauen mit Eins-zu-Eins-Betreuung durch eine freiberuflich arbeitende Hebamme (zuhause, im Geburtshaus oder in der Klinik) eher eine natürliche Geburt hatten, also eine Geburt ohne PDA, Wehen verstärkende Mittel oder Dammschnitt sowie kein/e vaginal assistierte Geburt oder Kaiserschnitt. 


Darüber hinaus konnte die Studie zeigen, dass eine Eins-zu-Eins-Betreuung zu einem positiveren Geburtserleben führte – unabhängig davon, ob die Frauen natürlich geboren haben oder ob sie ein medizinisches Risiko vor der Geburt hatten.


Eins-zu-Eins-Betreuung in der außerklinischen Geburtshilfe


Wenn wir Gespräche über das geplante Geburtshaus und Unterstützungsmöglichkeiten führen, kommen in regelmäßigen Abständen Fragen zum Thema Sicherheit auf. 


In Zeiten, in denen in Kliniken kaum noch Geburten ohne geburtshilfliche Interventionen auskommen, Frauen retrospektiv reihenweise von traumatischen Geburtserfahrungen berichten und in Film und Fernsehen in aller Regel ein entsprechend angsteinflößendes Bild von Geburten gezeichnet wird, scheint es schier undenkbar, dass eine Geburt außerhalb einer Klinik sicher sein kann.


Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Die außerklinische Geburtshilfe ist in Deutschland ausgesprochen sicher und zeichnet sich durch eine sehr geringe Interventionsrate aus - die erkennt unter anderem auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen fest (https://www.gkv-spitzenverband.de/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_2019.jsp). 


Das hohe Maß an Sicherheit fußt unter anderem - sehr simpel - auf der Eins-zu-Eins-Betreuung. Wo eine Hebamme all ihre Aufmerksamkeit, ihr fachliches Können und ihre Empathie einer einzelnen Gebärenden schenken kann, geht es den Gebärenden besser und wird ein ungünstiger Verlauf frühzeitig bemerkt, so dass entsprechend gegengesteuert werden kann.


Hinzu kommt die höhere Arbeitszufriedenheit und der niedrigere Stresspegel derjenigen Kolleginnen, die das Privileg haben, Gebärende eins-zu-eins betreuen zu können. Sich zwischen mehreren Gebärenden und eventuell noch zusätzlich anfallenden Arbeiten im Kreißsaal „vierteilen“ zu müssen und am Ende weder den Frauen, ihren Familien noch den Ansprüchen an seine eigene Arbeitsqualität gerecht werden zu können ist mit ein Hauptgrund dafür, dass Hebammen derzeit im Durchschnitt nach 5 - 7 Jahren ihren Beruf an den Nagel hängen.


Eltern fordern sichere Geburten


Auch Mother Hood e.V. als bundesweit aktivster Elternverband hat die Forderung nach besserer Betreuung zu einem seiner Kernanliegen gemacht. In ihrem Zehn-Punkte-Plan macht die Initiative Vorschläge, wie strukturell bedingten Problemen in der Geburtshilfe in Deutschland relativ einfach und effektiv begegnet werden könnte - unter anderem mit Eins-zu-Eins-Betreuung.


Eins-zu-Eins-Betreuung für Alle!


Wir wünschen uns für alle Frauen, Kinder, Familien und auch für uns Hebammen, dass diese Art der Betreuung eines Tages nicht mehr nur - wie aktuell - in der außerklinischen Geburtshilfe, sondern auch in den Klinikkreißsälen wieder der Normalfall sein wird. 


Bis dahin möchten wir mit unserem Geburtshaus einen Ort schaffen, an dem die Eins-zu-Eins-Betreuung jeder Frau und ihrer Familie - und jeder betreuenden Hebamme - garantiert ist.

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